Der Fehlerstrom-Schutzschalter - ein Lebensretter

Stromunfälle kommen leider imer wieder vor, im Beruf wie im privaten Bereich - oft mit tragischen Folgen. Forschungen über die Wirkung des elektrischen Stromes auf den Menschen sowie die Auswertung on Stromunfällen haben das Wissen über das Gefahrenpotential stark erhöht.

Was passiert bei einem Stromunfall?

Besteht ein körperlicher Kontakt mit dem Stromnetz, so wirkt die Elektrizität ab einer gewissen Stromstärke in einem solchen Maß auf den Körper ein, dasss die normalen Impulse vom Gehirn nicht mehr an die Muskeln gelangen können (ab ca. 10 mA). Die Muskeln werden vom Fremdstrom beeinflusst und ziehen sich zusammen. Dadurch ist es nicht mehr möglich, den unter Spannung stehenden Gegenstand, wie zum Beispiel einen Metallgriff aus eigenem Willen loszulassen.

Welche Einflussgrößen gibt es?

FI-Kennlinie

Beim Stromdurchfluss durch den menschlichen Körper sind unterschiedliche Faktoren von Bedeutung: die Höhe der Spannung, die Stärke des elektrischen Stromes, die Frequenz, der Widerstand des menschlichen Körpers und die Einwirkungsdauer des Stromes auf den Körper. Lebensgefährlich wird es ab einem Strom von 30 mA, der etwa 0,5 sek. über das Herz fließt. Dann kann Herzkammerflimmern entstehen, das die Pumpfunktion des Herzens aufhebt. Dadurch ist die Sauerstoffversorgung des Gehirns nicht mehr gewährleistet. Nach etwa drei bis fünf Minuten in diesem Zustand treten irreparable Schäden auf und der Tod kann eintreten.

Wie verhindert der Fehlerstrom-Schutzschalter den Stromunfall?

Diese tragischen Folgen lassen sich dadurch vermeiden, in dem durch einen Fehlerstrom-Schutzschalter sichergestellt wird, dass diese Grenzwerte nicht überschritten werden. Diesen Fehlerstrom-Schutzschalter kurz FI gibt es zwei- und vierpolig für die Nennfehlerströme 10 mA, 30 mA, 100 mA, 300 mA und 500 mA.

Prinzip-Schaltbld

Empfehlenswert ist der Einsatz eines Fehlerstrom-Schutzschalters mit 30 mA, da hier ein weitgehender Schutz auch bei direktem Berühren sichergestellt ist. Beim normalen Betrieb elektrischer Anlagen geht der von den elektrischen Verbrauchern benötigte Strom über die Zuleitung zum Verbraucher hin und in gleicher Größe wieder zurück. Der im FI-Schutzschalter enthaltene Summenstromwandler (Ringkern mit Wicklungen) vergleicht die in den Leitungen fließenden Ströme. Ist die Summe der zufließenden Ströme nicht gleich der Summe des abfließenden Stromes, so löst der "verloren gegangene Strom" ein Auslöserelais aus, das den überwachten Stromkreis sofort abschaltet.

Funktionsprüfung von FI-Schaltern

Alle FI-Schutzschalter sind mit einer Prüftaste ausgestattet, die einen Funktionstest erlaubt.

Dieser Test soll monatlich vom Anlageninhaber durchgeführt werden. Bei gewerblichen Anlagen ist diese Prüfung vorgeschrieben.

Wird die Prüfung nicht durchgeführt, können die Kontakte verkleben. Ein Auslösen im Fehlerfall ist dann nicht möglich. Der FI-Schalter ist Stand der Technik bei Neuinstallationen.